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4x4 Tour durch Namibia und Botswana

Während meiner Zeit in Südafrika einen Abstecher ins Nachbarland Namibia und Botswana? Road Trip? Mit einem 4x4 Pick up? Schlafen im Dachzelt? Na klar, da bin ich dabei! 

 

Als mein Dad mich gefragt hat, ob ich darauf Lust hätte, habe ich natürlich nicht lang gefackelt. Für sowas bin ich immer zu haben. Seit Längerem finde ich diese Art zu reisen so entspannt. Man kann sich hinstellen wo man will (naja, nahezu wo man will), hat alles dabei um sich morgens einen heißen Krümelkaffee zu machen und schläft wie im siebten Himmel im Van oder eben in seinem Dachzelt.

 

Um die Route musste ich mich gar nicht großartig kümmern, da mein Dad so eine ähnliche Route im Jahr zuvor schon gemacht hat. Das war auch mal ganz entspannt, wenn man sich nicht darum bemühen musste zu recherchieren und alles einfach auf sich zukommen lassen konnte.

 

Erfahrt im Beitrag alles über die Route, die Gegebenheiten vor Ort, die Stolpersteine die es zu bewältigen galt, was es zu sehen und erleben gibt. Ich stelle euch auf unserer Route dabei die einzelne Stationen und Camps vor in denen wir gestanden haben. Ein kleiner Spoiler vorab: Beide Länder für sich sind ein landschaftliches Juwel.

 

Viel Spaß beim Lesen und Entdecken! 

Backpack

Ich packe meinen Rucksack und nehme mit...

Bevor es aber so richtig los geht, steht das leidige, aber auch Vorfreude bringende Thema "Ich packe meinen Koffer" oder in meinem Falle "Ich packe meinen Backpack" an. An dieser Stelle gilt es sicherlich zu unterscheiden, ob man von Europa aus nach Namibia anreist oder ob man z.B. eh schon auf Weltreise oder Sabbatical o.ä. ist. Da ich in meinem Sabbatical schon in Kapstadt war und von dort aus den Abstecher nach Namibia und Botswana unternommen habe, gab es für mich nur die Rucksack Variante. Auch hier wieder eine Erkenntnis, die wohl jeder von uns schon am Ende einer Reise gemacht hat, dass man eh zu viel dabei hat und einen Bruchteil ungetragen wieder mit nach Hause nimmt. Auch nach zig Reisen, gibt es immer irgendwas was ich am Ende doch nicht gebraucht habe. Es scheint ein ungeschriebenes Gesetz zu sein.

 

Mein Tipp: Ich bin zwar kein Fan von Outdoorhosen und 24/7 in atmungsaktiven Klamotten, dennoch macht es Sinn auf "das schicke Kleidchen" zu verzichten. Braucht man im Busch und unterwegs überhaupt nicht. Meine Devise: Eher weniger Kleidung, dafür gut untereinander kombinierbar.

 

Ich habe euch auf den folgenden Bildern, die Dinge fotografiert, die ich dabei hatte und sich für nützlich erwiesen haben. 

Die Route

Einmal Namibia, Botswana und wieder zurück.

Apropos Route: Hier seht ihr unseren Weg mit Start und Endpunkt in Windhoek. Folgende einzelne Stationen sind wir angefahren:

1. Windhoek

2. Waterberg

3. Etosha Nationalpark (Halali)

4. Etosha Nationalpark (Namutoni)

5. Grootfontein

6. Divundu

7. Katima Mulilo

8. Divundu

9. Etsha 6

10. Ghanzi

11. Windhoek 


Quelle: Google Maps

Reisezeit

Keine Angst vor der Regenzeit

Wir haben für unsere Tour von Mitte Januar bis Anfang Februar die Regenzeit gewählt. Das hing zwar auch damit zusammen, dass wir eh schon in Kapstadt waren, aber auch damit, dass ich Regenzeit nicht als Ausschlusskriterium sehe ein Land zu bereisen.

 

Für viele gilt diese Reisezeit - egal in welchem Land - immer direkt als Zeit, in der man ein Land nicht bereisen sollte. Für mich vollkommener Quatsch. In allen Ländern wo ich bisher war, habe ich oftmals bewusst die Regenzeit gebucht. Warum? Regenzeit heißt ja nicht immer direkt das es 24/7 regnet (Ausnahmen bestätigen die Regel) und ein kleiner Schauer tut ja auch mal ganz gut.

 

Außerdem, und das ist viel essenzieller, sind die Preise viel, viel günstiger. Im besten Falle wird man kostenlos upgegraded und die Plätze/Orte sind nicht überlaufen. Sowohl für Namibia als auch Botswana bedeutete dies, dass die Campingplätze überschaubar belegt waren. Wir hätten eigentlich keine Unterkunft vorher buchen müssen und die Preise lagen noch in der Nebensaison.

 

Andersrum, und das ist vielleicht ein kleiner Negativpunkt, sieht man verhältnismäßig weniger Tiere, was damit zusammenhängt, dass man sie durch die Vegetation schwieriger entdeckt. Wenn man allerdings ein Tier sichtet, dann sieht es doch viel schöner aus, wenn diese im saftigen Grün stehen, als in einer kargen Landschaft. Zumindest war so mein Empfinden. Die Temperaturen schwankten dabei zwischen 24 - 32 Grad. Regen hatten wir - trotz Regenzeit - kaum (was natürlich schlecht für die Pflanzen ist), aber dafür zwischendurch ein schön anzusehendes Gewitter.

Unser Auto

Unser lieb gewonnenes Tiny House

Neben stinknormalen Autos die ihr in Namibia mieten könnt, gibt es auch die Möglichkeit bei verschiedenen Anbietern Pick ups mit Dachzelt zu mieten. Meist sind dies Toyota Hilux. Wir haben unser "TINY HOUSE" (deutsch: kleines Haus) - wie wir ihn liebevoll genannt haben - bei www.namibia4x4rentals.com (oder auch Africa4x4rentals) gebucht.

 

Bekommen haben wir, wie oben schon erwähnt, einen nahezu neuen Toyota Hilux mit zwei Dachzelten, Campingequipment (wie Campingkocher, Pfanne, Teller, Besteck, Kühlschrank etc.) und zwei Ersatzreifen mit Kompressor. Also erst mal alles, was man als Basisausstattung so braucht.

 

Das Ganze haben wir ergänzt mit einer separaten Kiste  für all die Dinge die nicht in den Kühlschrank gehören, aber auch nicht rumfliegen oder staubig werden sollen im Auto. Darüber hinaus noch Küchenbasics wie Salz/Pfeffer, Öl, Spülmittel, Geschirrtücher und einer kleinen Schüssel zum Waschen. Allerdings gab es auf fast allen Campsites die Möglichkeit das Geschirr zu spülen. Ich habe die Wanne zur kleinen Handwäsche für Kleidung genutzt.

 

Mein Tipp: Gerade wohl für uns Damen ein Thema: Frieren! Es kann Nachts kälter werden, auch wenn es tagsüber an die 30 Grad sind, daher ist eine Wolldecke oder lange Schlafsachen für die Nacht definitiv eine Kriterium welches bedacht werden sollte. 

 

Was ihr euch unbedingt kaufen solltet:  Moskito Abwehrspiralen, Citronella Kerzen und ein gutes Moskitospray. Neben Moskitos sind auch Fliegen, riesige Motten und Sandfliegen unterwegs. Damit könnt ihr sie ein wenig in Schach halten. 

 

Zurück zu unserem Wagen. Vom Flughafen abgeholt, brachte uns unser Anbieter zur Mietwagenstation. Dort bekamen wir zunächst alle nötigen Papiere zum Wagen, für Grenzüberschreitungen und Kontrollstops. Es folgte eine detaillierte  Einweisung z.B. wie das Zelt auf- und abzubauen ist und über das Fahren mit einem 4x4 auf verschiedenen Untergründen. Es wird auch sehr darauf eingegangen, was man in brenzligen Situationen beachten muss und welche Regeln es in Namibia gibt. Man darf nicht vergessen, dass sowohl in Namibia wie auch in Botswana die Tiere teils frei herumlaufen. 

 

Bezahlt haben wir für knapp drei Wochen 1250,00 Euro (Nebensaison). Dabei waren die og. Dinge inkludiert. 

 

Falls Ihr unter www.namibia4x4rentals.com euren Wagen bucht, würde ich mich freuen, wenn ihr angebt, dass ihr den Wagen auf Empfehlung von Jules On Journey gebucht habt. Vielen Dank.

gut zu wissen

Dies und das...

Für beide Länder gilt, sie sind groß und verhältnismäßig wenig besiedelt. Daher hier ein paar Dinge, die ihr beachten solltet, wenn ihr diese beiden Länder bereist:

 

- die Straßenverhältnisse sind weitestgehend super. In Botswana gibt es nur vereinzelt schlechte Straßen. Allerdings, und das gilt vor allem für Namibia, gehen die Straßen schnurgerade aus. Das zerrt ordentlich an der Konzentration und lenkt schnell ab. Seid vorsichtig, denn es laufen einem wirklich viele Tiere über den Weg. Vor allem Kühe, Ziegen, Esel und Wildpferde. Mit viel Glück natürlich auch Elefanten, Zebras, Antilopen oder auch mal eine Schildkröte.

Unbedingt beachten: Tiere haben Vorfahrt!

 

- Daher gilt auch: KEINE NACHTFAHRTEN! Es ist extrem gefährlich nachts auf den Straßen zu fahren, da viele Tiere unterwegs sind und dabei auch die Straßen überqueren. Darüber hinaus kann es in der Dunkelheit zu Überfallen kommen. 

 

- Ihr seht eine Tankstelle? Wunderbar, dann ab zur Zapfsäule!  Auch wenn der Tank noch 1/2 voll ist! Denn die nächste Tankstelle könnte unter Umständen 300 KM entfernt sein.

 

- Es gibt einen deutschsprachigen Radiosender namens "Funkhaus Namibia", der zwar nicht jedermanns Geschmack sein wird, aber es gibt ihn. Zu empfangen unter 93,5 in Namibia.

 

- Neben einer deutschen Tageszeitung und Lebensmitteln (u.a. Schwarzbrot) erinnert in Namibia viel an die Heimat. So werdet Ihr z. B. viele Straßen mit deutschen Namen sehen. Daher liegt es auch nah, das neben Afrikaans und anderen Sprachen, auch Deutsch gesprochen wird. Nichtsdestotrotz sollte man auch die typisch namibischen Köstlichkeiten z.B. Mealie-Pap oder Biltong (getrocknetes Fleisch) probieren. 

 

- Für Reisende die schon in Afrika unterwegs waren, wird dieser Hinweis bereits bekannt sein. Es ist normal das Einheimische sich z. B. auf Supermarkt Parkplätzen etwas Geld damit verdienen auf die Autos aufzupassen. Als Dankeschön und Unterstützung gibt man ein wenig Trinkgeld. Bitte denkt daran, das sie meist nur von diesen Einnahmen leben. 

Start unserer Route

let the road trip begin

Jetzt geht es endlich los! Die ersten Meter legen wir mit unserem TINY HOUSE zurück. Ziemliches Schiff was man da über die Straße lenkt, dachte ich anfangs. Am Ende wollte ich Ihn gar nicht mehr hergeben weil es so Spaß gemacht hat. Tausend Fragen gingen mir die ersten Kilometer durch den Kopf: "Wie wird Namibia mir gefallen?",  "Wie wird das mit dem ersten Mal Zeltaufbau?" und vor allem "Wie schlafe ich darin? Gut? Schlecht?". 

Windhoek

Die erste Nacht im Glamping Zelt

Der Name Windhoek ist Afrikaans und leitet sich von „Windecke“ oder „windige Ecke“ ab. Für die erste Nacht sind wir vor Ort geblieben. Unser erster Stopp war im UrbanCamp im Herzen der Stadt.  Von der Mietstation bis zum Camp war es nicht allzu weit. Das war ganz gut, denn auch wenn der Flug von Kapstadt nach Windhoek nicht lang war, ist man ja doch immer etwas geschlaucht.

 

Ich war froh, dass wir nicht noch eine größere Etappe am ersten Tag auf dem Plan hatten. Das UrbanCamp liegt sehr zentral und ist umgeben von den Sehenswürdigkeiten der Stadt. Man fühlt sich weit weg und ist doch mittendrin.  

 

Den ersten Abend verbrachten wir bei leckerem Essen und einem kühlen Getränk in Gesellschaft von deutschsprachigen Namibiern. Wen es noch mal vor die Tür zieht, der ist in nur 5 Minuten im legendären Joe’s Beerhouse. Außerdem findet man drumherum alles für den täglichen Bedarf. 

 

Also kurzum: Ein perfekter Ort um erste Kontakte zu knüpfen und um einen guten Start in Namibia zu haben. Ausgeschlafen und gestärkt könnt ihr von hier aus in euer Abenteuer starten.

 

Einen Schlafplatz bucht ihr am Besten unter www.urbancamp.net. Das Zelt kostet  zwischen 30-40 Euro und ein Stellplatz auf der Campsite rund 10 Euro. 

 

Am nächsten Morgen sind wir gut ausgeschlafen und gestärkt auf die Straße in Richtung Waterberg, welches um die 300 Kilometer gen Norden liegt. Raus aus der Stadt, vorbei an Bäumen und Büschen und weiter in die immer kahler und sandiger werdende Natur Namibias. 

Waterberg

Die Gegend um den Waterberg

Ein Highlight direkt zu Beginn meiner Reise war die Gegend um den Waterberg. Einfach eine atemberaubende Traumkulisse. Von der geteerten Hauptstraße einmal abgebogen auf die sandigen Pisten in Richtung Waterberg, bekommt man schon einen Eindruck was einen so erwartet. Die Farben bewegen sich zwischen verschiedenen Rot- und Brauntönen. Die Hitze wird trockener und die Sonne erbarmungsloser.

 

Meiner Meinung nach sollte diese Gegend definitiv auf eurer Route eingezeichnet werden. Umgeben von Bergen, die an die Canyons in Amerika erinnern, befindet sich ein wunderschönes Areal um Tiere zu sehen, Wandern zu gehen oder einfach die Aussicht zu geniessen. 

 

Im Jahr 1972 wurde hier ein Naturschutzgebiet eingerichtet, der sogenannte Waterberg-Plateau-Park. Dieser hat eine Fläche von 405 Quadratkilometern und nimmt somit weite Teile im zentralen Nordosten Namibias ein. 

  

Die Bergkette des Waterbergs erstreckt sich zusehends im Sichtfeld. Die Chance hier die ersten Tiere zu sehen ist sehr groß! Neben wildlebenden Affen, Warzenschweinen, war mein absolutes Highlight ein Wildpferd. Ja, richtig gelesen ein Wildpferd! Ich konnte meinen Augen nicht trauen! Auf der sandigen Piste um die Ecke gebogen, lief es dort am Wegesrand entlang. Vorsichtig rangefahren, (es hatte uns natürlich längst bemerkt) blieben wir stehen und es kam auf unser Auto zu. In aller Seelenruhe stand es nun an der Motorhaube und schaute durch die Windschutzscheibe. 

Endlich! Die erste Nacht im Dachzelt

Untergebracht waren wir in der Waterberg Wilderness Lodge, welche Bungalows und Campsite anbieten. Auf letzterem haben wir uns eingebucht. Einzeln angelegte Plätze mit Wasser aber ohne Strom (Tipp: Vorher unbedingt bei den Campsites abfragen, wegen der Kühlschrank Kühlung!), aber mit eigener Feuerstelle.

 

Einmal unseren Stellplatz für die nächsten Tage bezogen, ging es auch schon an die erste Challenge der Reise: Dachzelt aufbauen! Schnell hatten wir die Aufgaben intuitiv verteilt und ratz fatz war das Dachzelt aufgestellt. Ziemlich easy!

 

Die ersten Erlebnisse des Tages und die Hitze müssen erst mal verarbeitet werden, so dass wir am ersten Tag nicht mehr viel auf dem Plan haben. Wir machen es uns am Stellplatz gemütlich, erkunden das Camp und genießen die Abkühlung im vorhandenen Pool.

 

Am Abend schmeißen wir den Grill an, genießen die Ruhe im Camp (da wir auch beinahe die einzigen sind) und lauschen den Geräuschen der Umgebung. Nach untergegangener Sonne bestaunen wir einen unglaublichen Sternenhimmel. Ich habe bisher noch nie so eine sternenklare Nacht gesehen. Es sollte während dieser Reise nicht die letzte werden.

  

Tipp: Denkt immer daran, dass ihr genügend Nahrungsmittel dabei habt, da es hier über lange Strecken oftmals keine Einkaufsmöglichkeiten gibt. Wenn Ihr einen Abend keine Lust auf Kochen habt, könnt ihr auch im Restaurant vor Ort ein Menü bestellen. 

 

Völlig geschafft von den Eindrücken des Tages krabbel ich - viel früher als normal  - in mein Dachzelt und schlafe in wenigen Sekunden ein. Tief und fest.

 

Resümee am nächsten Morgen? Ich habe richtig gut geschlafen! Nach einem leckeren Rührei Frühstück ging es auf die weitere Umgebung zu erkunden. In dieser Gegend könnt ihr schöne Wanderungen auf und um den Waterberg machen. Diese lohnen sich definitiv! Mit oder ohne Guide sind diese Touren möglich. Die Umgebung bietet wunderbare Aussichtspunkte und auch sehr geschichtsträchtige Wege. Gerade für die deutsche Geschichte, da hier in der Gegend eine Schlacht zwischen Deutschen und den Herero ausgetragen wurde.  Hier im Revier habt ihr auch die Chance, neben unzähligen Antilopen, Nashörner zu sehen. Letztere allerdings nur bei einer geführten Safari, da diese ausserhalb des Areals leben.

 

Mein Tipp: Zum Sonnenaufgang den Berg hinaufgehen und auf dem Plateau das Schauspiel genießen. Dabei die immer größer werdende Weite dieser Gegend erleben.

 

Die Kosten betragen 300 NBD (ca. 19 Euro) pro Person pro Nacht. Geführte Touren kosten natürlich extra.

Etosha Nationalpark

Die Pro und Contras

Eins war klar, wenn ich Namibia und Botswana bereise, dann möchte ich (Glück vorausgesetzt) natürlich auch viele Tiere sehen. Schon viele Bilder hatte ich in der Vergangenheit vom Etosha Nationalpark auf den sozialen Medien gesehen. Er ist riesig, genauer gesagt 22.270 Quadratkilometer  groß.

 

Die Chance hier Tiere zu sehen? Während der Regenzeit? Absolut möglich! Und es sieht sogar noch schöner aus, da alles so schön grünt. Na klar, wir werden sicherlich weniger gesehen haben, als wenn man zur Trockenzeit fährt. Da sind sie mehr zusammen und weilen an den Wasserstellen. Dennoch haben wir sie alle gesehen: Löwen, Elefanten,  Giraffen, Nashörner, Antilopen, Strauße und Zebras usw.

 

Direkt ein paar hundert Meter nach Einfahrt in den Park hatten wir das Glück den König der Tiere zu entdecken. Ein Rudel Löwen lag entspannt unter den Bäumen am Straßenrand und ruhte sich aus. Darauf folgten riesengroße Herden an Giraffen, Zebras und Antilopen. Die für mich eher spannenden Tiere wie Nashörner und Elefanten ließen am ersten Tag noch etwas auf sich warten. Das Beste daran war, dass wir gar nicht so viel in die kleinen Nebenstraßen und gezielt zu Wasserlöcher fahren musste um die Tiere zu sehen. Viele kreuzten einfach unseren Weg und sind uns direkt vor die Linse gelaufen.

 

Hinweis: Für die Einfahrt in de Park bezahlt ihr 80 Dollar (75 Euro) pro Person und noch mal 10 Dollar (9,50 Euro) pro Tag für das Auto.

HALALI

Erste Übernachtung im Park

Direkt in den ersten Minuten im Etosha Nationalpark so viele Tiere zu sehen, habe ich nicht erwartet. Vom Parkeingang  Okaukuejo im Südwesten bis zu unser ersten Station Halali sind es gerade mal 70 Kilometer und es war bereits Safari-Feeling pur.

 

Wie erwähnt, war unser erstes Ziel die (staatlich geführte) Campsite in Halali.  Auf einem der rund 80 Campingplätze fanden wir einen gemütlichen Platz unter den Bäumen. Da wir ja in der Nebensaison unterwegs waren, hatten wir freie Wahl. Schnell haben wir hier  wieder unsere Dachzelte aufgebaut und direkt "Chip" unser Eichhörnchen kennen gelernt, welches im Baum an unserem Platz wohnt. Das und der großzügige Pool waren allerdings auch das einzige positive, was ich über die Anlage sagen kann.

 

Ich empfand ihn als stark in die Jahre gekommen und dafür sehr teuer. Die sanitären Anlagen waren teilweise desolat. Ein Wasserloch, welches sich hier direkt am Gelände befindet und nur wenige Gehminuten von der Campsite entfernt liegt, war (meiner Meinung nach) durch einen spärlich gesicherten Zaun abgetrennt. Wieder Mal Glück vorausgesetzt, finden hier Antilopen, Giraffen oder sogar Nashörner ihren Weg hin. Was die Sache mit dem unsicheren Zaun nicht besser macht.

 

Am Ende des ersten Tages war ich wieder total geplättet von den Erlebnissen des Tages, der Hitze und der Fahrt an sich. Es gibt so viel zu sehen, dass es einen umhaut. Nach einer leckeren Abendbrotzeit, einer Runde Rummikub und wieder Sterne gucken, fiel ich hundemüde ins Zelt. 

 

Am nächsten Morgen sind wir früh raus, weil wir annahmen die meisten Tiere im Morgengrauen zu sichten. Bevor die große Hitze kommt und sie sich auf den Weg machen um Nahrung und Wasser zu suchen. Entweder war es Zufall oder die Tiere hier ticken anders. Um 6 Uhr auf die Pirsch gegangen, haben wir um 10 (!) Uhr das erste große Tier gesehen. Einen reizenden Elefanten Popo, der rasch verschwunden war.

 

Im Laufe des Tages hatten wir an den Wasserlöchern wenig Glück, sondern wieder mal mitten auf der Straße tauchten die Tiere auf. Hier kreuzten Giraffen und sogar ein Nashorn unseren Weg. Ein Moment wo einem die Luft weg bleibt. Diese Tiere sind so beeindruckend und es ist absolut wichtig sie zu schützen!

 

Hinweis: Ich empfehle euch eine private Unterkunft an einem der Parkeingänge zu buchen und euren Aufenthalt zu splitten. Bedeutet, eine Zeit z.B. im Westen des Parks zu verbringen und danach im Osten. Die staatlich geführten Camps sind ihr Geld nicht wert!

NAMUTONI

Unsere 2. Station im Etosha Nationalpark

Die Fahrt durch den Etosha ging weiter ins 70 Kilometer entfernte Namutoni. Vorbei an der riesigen Salzpfanne die einen großen Teil des Parks einnimmt. Die Vegetation verändert sich hier von Kilometer zu Kilometer - von karger Steppen- und Buschlandschaft zu dichten Wäldern.

 

Ein schönes Highlight an diesem Tag sind die hunderte von Flamingos die im kniehohen Wasser  der Salzpfanne stehen und umher staksen. Nur wenige Minuten zuvor sind wir noch einer riesengroßen Springbock Herde  vorbei gefahren.

 

Ein weitere Übernachtung im Park haben wir (ebenfalls staatlich geführt) auf der Campsite in Namutoni gebucht. Dieser liegt ihm Osten des Parks. Auch hier, wie in Halali, ist der Gedanke direkt im Park zu übernachten verlockend. Allerdings wird auch hier wenig für die Erhaltung des Platzes getan. Daher erfolgt auch hier keine Weiterempfehlung von mir. 

 

Auf dem Gelände von Namutoni befindet sich ein Fort, welches als Militär- und Polizeistation diente. Das Interessanteste am ganzen Platz. Es ist schade das es zusehends verfällt. Einzig der Ausblick von oben ist Phantastisch. Irgendwie gibt das Gebäude auch einen interessanten Kontrast, wenn man bedenkt das drumherum Elefanten, Giraffen und Zebras rumlaufen. 

 

Wir brechen gegen Abend noch mal auf, wie immer "auf der Jagd" (nicht wörtlich nehmen...) nach ein paar schönen Tier-Momenten. Den Lageplan des Parks immer auf dem Schoss, fahren wir entlegene Straßen entlang. Wir peilen kleine Wasserlöcher an, um die Tiere am Ende doch wieder am Straßenrand zu sehen. So begegnen uns Giraffen, grasen verschiedene Antilopen Arten am Wegesrand und ein Strauß zeigt sich auch noch. Auf dem Weg zurück biegen wir noch einmal ab - einfach so - weil wir neugierig sind und wir wurden belohnt. Ein Elefantenbulle steht an einem Wasserloch und bespritzt sich mit dem schlammigen Wasser. Ein tolles Schauspiel welches wir ganz für uns alleine hatten.

Auf dem weg in den norden

Zwischenstopp in Roy´s Rest Camp

Raus aus dem Park und rein ins nächste Adventure! Leider folgte das Abenteuer anders als erhofft. Wir hatten gehofft der Kelch geht an uns vorbei, aber auf dem Platz in Namutoni hatten wir schon entdeckt, dass eine Schraube im Reifen steckte. Der Wunsch bis zur nächsten Werkstatt zu kommen und dort den Reifen reparieren zu lassen, hat nicht funktioniert.

 

Denn ein paar hundert Meter (Gott sei Dank nach dem Park!) machte es ganz laut "Zschhhhh..." und es war klar, was dort gerade passiert. Reifen platt! Gut, dass wir alles dabei haben. Links rangefahren, Ersatzrad raus, Kompressor raus, Wagenheber unters Auto und dann schnell den Reifen gewechselt. In der Werkstatt haben wir den Reifen reparieren lassen und konnten weiterfahren.

 

Weiter ging die Fahrt auf wieder mal schnurgeraden Straßen in Richtung Süden. Hier fahren wir einen kleinen Schlenker, bevor es in den Norden geht.  Es geht vorbei an unzähligen Dörfern, Wiesen und wechselnden Vegetationen. Immer mal ein kurzer Stopp um Viehtreibern die Vorfahrt mit Kühen oder Ziegen zu gestatten und dann geht es auch wieder weiter. Kilometer und Kilometer, bis auf der linken Seite die kunstvolle Einfahrt unserer nächsten Unterkunft erscheint.

 

Nach der Pleite im Etosha Nationalpark kommen wir mal wieder zu einer Empfehlung: Wenn ihr auf eurer Tour den Norden von Namibia eingeplant habt, dann kann ich euch Roy´s Rest Camp sehr empfehlen. Dieser Ort wurde uns mehrmals auch von anderen Reisenden genannt und ist etwas ganz Spezielles. Hinter Grootfontein liegend Richtung Norden befindet sich dieses Camp, welches euch also schon bei der Einfahrt einen kleinen Vorgeschmack darauf gibt, was euch erwartet.

 

Ein Sammelsurium aus alten Autoteilen aller Marken und Gegenständen des täglichen Gebrauchs. Neu zusammengesetzt und als Kunst wiedergeboren. So wird zum Beispiel aus einem Teil einer alten Auto Karosserie ein Grillofen und eine Badewanne wird zum Accessoires des Pools.

 

Wir haben uns hier für eine Nacht auf der Campsite eingebucht. Was soll ich sagen, es war mit die sauberste und organisierteste Unterkunft die wir hatten. Alles sehr gepflegt und speziell. Natürlich war auch hier alles am Platz vorhanden, was man braucht - Strom, Wasser und Grillplatz. Nach den langen und aufregenden Tagen im Etosha, war ich froh, dass wir hier nur lesen und relaxen auf dem Programm hatten. Entspannung pur!

 

Zu früh gefreut, als wir nach ein paar Stunden Nichtstun wieder zum Tiny House zurück sind, wunderte ich mich über die dunklen Stellen an einem der Dachzelte. Beim näheren Hinsehen, sah ich das Unheil - eine Ameisen Invasion hat einen Highway über unser erstes Zelt gebaut. Gut, wer mitten auf der Ameisenstraße seinen Wagen parkt, braucht sich nicht wundern. Kurzerhand den Wagen, samt aufgestellter Dachzelte um ein paar Meter versetzt und das Unheil beseitigt. Zum Glück hat die Kolonie den Weg nicht ins Zelt geschafft.

 

Das Abendessen hatten wir uns dann redlich verdient. Gut, dass wir dieses für den Abend gebucht hatten. Unter Bäumend sitzend, bei stimmungsvollen Licht, gab es leckeres Kudu Schnitzel mit Süßkartoffeln und weiteren Beilagen. Von dem Dessert träume ich heute noch, so lecker war es. Meine absolute Empfehlung! Danach saßen wir mit anderen Reisenden gemütlich am Lagerfeuer, lauschten der Umgebung und tauschten Erlebnisse aus. 

 

Die Camp Site kostet  145 Namibische Dollar (9 Euro) pro Person pro Nacht. Das Camp bietet auch süße Lodges, welche ihr buchen könnt. Weitere Infos findet ihr unter www.roys-rest-camp.com

Divundu

Auf dem Weg nach Botswana

Am nächsten Tag hatten wir eine große Strecke auf dem Plan, daher machten wir uns früh auf die Socken! Das 450 Kilometer entfernte Dörfchen Divundu liegt im Nordosten von Namibia -  strategisch gut an der Hauptverkehrsader der B8 und somit am sogenannten Caprivizipfel

 

Aber langsam, erst einmal mussten wir knappe drei Stunden von Grootfontein in Richtung Norden, natürlich schnurgeradeaus. Vorbei an Orten wie "Die End" und dem kleinen Mangetti Nationalpark bis zur zweitgrößten Stadt Namibias namens Rundu. Nach einem kurzen Tankstopp ging es allerdings rasch weiter, da wir noch 200 Kilometer vor uns hatten.

 

Dort, wo der Okavango Fluss Namibia durchströmt, teilt er das Land in die Okavango und die Caprivi Region. Der kleine Ort, der an dieser natürlichen Grenze liegt, heißt Divundu.

 

Gebucht für die kommenden Nächte auf einem der luxuriöseren Campsites unserer Tour war die Shametu Lodge. Direkt am Fluss mit Krokodilen und Flusspferden gelegen (auch wenn wir leider keine gesehen haben). Eine toller Stellplatz mit eigenem Badehaus, Küchenzeile, Wäscheleine und einem großen Areal, wo ihr euch austoben könnt. Eine schöne gepflegte Anlage mit Restaurant und leckerem Cappuccino ;-). Strom und Wasser waren hier direkt am Platz und es gab frische Handtücher und einen Spülservice. So viel Camper Luxus waren wir auf unserer ganzen Tour gar nicht gewöhnt.

 

 Ein langer Tag im Auto verspannt den Körper und es brennt einem ganz schön der Hintern, daher gönnte ich mir den Luxus einer einstündigen Massage. Ein Traum! 

Die Nacht auf dem Stellplatz hat uns 220 NAD ( Rund 14 Euro) pro Person pro Nacht gekostet.

Katima Mulilo

Pläne sind da um sie über den Haufen zu werfen...

Bis in den (beinahe) letzten Zipfel Namibias und damit an die Grenze zu Sambia zu fahren, hatte eigentlich den Grund, dass wir rüber setzen wollten ins Nachbarland um von dort zu den Viktoria Wasserfällen zu fahren. Wie man so schön sagt führen "Viele Wege nach Rom" und auch "Viele Wege zu den Viktoria Wasserfällen", aber letzteres erscheint nicht so einfach, wenn man entspannt, kostengünstig und dafür nicht viel Zeit opfern will. Somit haben wir uns letztendlich dazu entschlossen entgegen unser eigentlichen Planung, die Wasserfälle zu streichen. Aufgeschoben ist allerdings nicht aufgehoben.

 

Katima Mulilo, was so viel bedeutet wie "löscht das Feuer" ist Hauptstadt der Region Sambesi und liegt im äußersten Nordosten Namibias. Die Stadt liegt am Südufer des Flusses Sambesi. Im Jahre 2004 wurde hier die Eröffnung der Katima-Mulilo-Brücke mit einem Grenzübergang in das auf der anderen Flussseite gelegene Sesheke in Sambia eingeweiht.

 

Untergekommen sind wir in der Caprivi Mutoya Lodge & Campsite. Diese liegt gute 20 Kilometer vom Stadtkern entfernt. Direkt an einem kleinen See der je nach Jahreszeit mit dem Sambesi verbunden ist. Für 180 NBD (12 Euro) pro Person pro Nacht finden man hier ein gemütliches Plätzchen im Grünen.

 

Somit war am Ende noch genug Zeit übrig, um ganz gemächlich in Richtung Grenze nach Botswana zu fahren. Um nicht die gleiche Strecke wieder zurück zu fahren, habe wir teilweise eine Alternativroute gewählt. Dies hatte zur Folge, dass die Teerstraße auch gerne mal zwischendrin aufhörte und wir auf Schotter weiter gefahren sind. Um den Weg von A nach B nicht zu weit zu fassen, haben wir eine Zwischenübernachtung nochmal in Divundu gebucht. Diesmal auf einer anderen Campsite die uns zurecht sehr empfohlen wurde.

divundu

Ngepi Camp

Yeah! Endlich war mal wieder mehr 4x4 Power gefragt, denn der Weg ins Ngepi Camp ist schon teilweise sportlich. Erst recht wenn es vorher geregnet hat. Dies war schon mal ein unbewusster Vorgeschmack auf unser Camp in Botswana, wo wir und unser Auto an seine Grenzen gestoßen sind. Von der Straße, auf sandige Wege, vorbei an Kuhherden und so manchem Überbleibsel einer Kuh in Form einen Schädels, bis wir irgendwann die Einfahrt des Camps erreicht haben. Immer in der Hoffnung, hoffentlich kommt uns hier keiner entgegen. Ausweichen war mitunter gar nicht so leicht in diesem Dickicht.

 

Ende gut, alles gut. Eins meiner Lieblingscamps auf unserer Reise war auf jeden Fall das Ngepi Camp an der Grenze zu Botswana. Direkt am Cubango Fluss  gelegen mit freier Sicht auf Flusspferde, Büffel, Warzenschweine und was sich sonst noch so am Flussbett tummelt. Unser Stellplatz lag dabei direkt am Fluss.

 

Die Lage des Camps ist ein super Ausgangspunkt für Aktivitäten in der Umgebung und ins Nachbarland. Erwähnenswert ist die liebevoll gestaltete Anlage und der Pool mitten im Fluss. Wir hatten das Glück hier mehrere Nächte bleiben zu können, da normalerweise immer alles ausgebucht ist. Das treiben auf der anderen Flussseite konnte ich entspannt von meinem Campingstuhl aus beobachten. Wie traumhaft ist es bitte, wenn man seinen morgendlichen Kaffee trinkt und 100 Meter entfernt grasen Flusspferde in aller Seelenruhe? Wahnsinn! 

 

Wenn Ihr Lust habt hier Euer Zelt aufzuschlagen oder zur Abwechslung mal in einem Baumhaus schlafen wollt, dann schaut doch unter www.ngepicamp.com vorbei. 

botswana

Mehr Esel als Menschen

"Kamogelo!" oder auch Herzlich Willkommen in Botswana! Viel unkomplizierter als gedacht, sind wir ruck zuck über die Grenze nach Botswana gefahren. Kurz die üblichen Formulare ausgefüllt und unfreiwillig Weintrauben, Tomaten und Milch bei der Grenzkontrolle gelassen - weiter gehts!

 

Was kommt euch als erstes in den Sinn, wenn ihr an Botswana denkt?

Erste Erkenntnis nach ein paar hundert Metern in Botswana? Hier gibt es (gefühlt) mehr Esel als Menschen! Kein Witz! Wenn ich wiedergeboren werden sollte, dann bitte in Botswana als Esel, Kuh oder Wildpferd. Denn dann führe ich bis zum Tag X ein freies Leben, ohne eingesperrt in einem Stall zu sein. Hier begegnen euch die oben genannten Tiere auf den großen und breiten Grünstreifen zu Hunderten. Ich habe Botswana als ein sehr grünes Land mit einer bombastischen Tierwelt erlebt. 

 

Neben diesen Fakten gibt dieses Land noch viel mehr her und ich bedauere nur einen Teil gesehen zu haben. Neben dem Okavango Delta, wo wir waren, gibt es noch den Chobe Nationalpark. Dieser strotzt auch nur so vor Tieren und schönen Landschaften. Wer also Zeit hat, sollte diesem auch einen Besuch abstatten.

 

Das Land ist groß, aber nicht mit vielen größeren Städten besiedelt, sondern eher mit kleineren Ortschaften. Daher empfiehlt es sich auch hier immer seine Tanknadel und Essensvorrat im Blick zu haben. Bezahlt wird in Botswana mit Pula. Die Hauptstadt ist übrigens Gaborone im Osten des Landes.

Okavango delta

Mit dem Helikopter über das Delta

Das in 2014 als UNESCO-Weltkulturerbe ernannte Okavango Delta bietet mit einer Fläche von 2 023 590 ha Lebensraum für viele Tiere. Das Okavango Delta ist ein riesiges Binnenflussdelta im Norden von Botswana. Es ist bekannt für seine weitläufigen Grasflächen, die saisonal überschwemmt werden. Hier fährt man in Einbaumbooten vorbei an Flusspferden, Elefanten und Krokodilen. An Land gehören Löwen, Leoparden, Giraffen und Nashörner zu den Wildtieren.

 

Einmal im Okavango Delta in Botswana sein! Eine Region die für ihren Tierreichtum bekannt ist.  Großartig ist es diese Landschaft aus der Vogelperspektive zu sehen. Ich muss gestehen, ich fliege zwar viel, aber mit einem Helikopter - ohne Türen? Dabei war mir nicht ganz wohl! Ich nehme mal vorweg, dass es sich gelohnt hat, denn einmal abgehoben und die ersten Tiere gesehen - ist alles vorherige vergessen. 

 

Direkt von unserer Campsite sind wir mit dem kleinen Helikopter abgeflogen und haben 30 Minuten über dem Okavango Delta verbracht. Aus der Luft konnten wir Elefanten, Krokodile, Flusspferde, Antilopen und Raubvögel gesehen. 

 

Der Flug ist zugegeben kein Schnäppchen, aber wann hat man sonst noch mal die Möglichkeit diese atemberaubenden Tiere in freier Wildbahn und in großen Herden zu sehen. Wie sie durch das saftige Grün streifen oder im Schatten der Bäume verweilen. Auch die seltenen Baobab Bäume die seit Jahrhunderten dort an ihrem Platz stehen, sind wir umflogen. Ein unterm Strich unvergessenes Erlebnis.

 

30 Minuten Rundflug haben umgerechnet 265 Euro gekostet. Gebucht haben wir dies direkt vor Ort.

Guma Lagoon Lodge

Ein schönes verstecktes Fleckchen Erde

Da mein Dad im letzten Jahr schon in dieser Lodge und Campsite war, wusste er was auf uns zu kommt. Hier war absolut 4x4 Power gefragt. Ob ich diese Strecke fahren möchte? Na und ob! Yeeehaa! Von der Hauptstraße abgebogen, durch ein kleines Dorf hindurch, ging es auf der sandigen Piste quer mittendurch irgendwo im nirgendwo. Es gibt hierbei mehrere mögliche Wege zur Lodge. 

 

Mein Tipp: Mit Google Maps konnten wir uns etwas orientieren, auch wenn uns nicht die Strecke angesagt wurde, aber man konnte sich so etwas orientieren und navigieren.

 

Die Pisten sind absolut nicht ohne! Man fährt durch tiefe sandige Abschnitte. Links und rechts weiden Kühen, vorbei durch kleine Wälder, dann wieder freie Flächen. Hin und wieder liegen große Kothaufen von Elefanten herum. Also definitiv keine Strecke wo man liegen bleiben möchte. Da die Lodge natürlich um ihren Anfahrtsweg weiß, gibt es auch die Möglichkeit sich Abholen bzw. Abschleppen zu lassen. Natürlich wollte ich weder das eine noch das andere und nach gefühlt einer Ewigkeit sind wir in der Lodge angekommen.

 

Tipp: Bei solchen Pisten gilt etwas Luft aus den Reifen zu lassen, damit es sich leichter fährt. Checkt am besten eure Fahrzeugpapiere oder fragt vorher bei der Vermietstation eures Wagens nach, wie viel Bar passend sind.

 

Die Guma Lagoon Lodge ist ein Traum und ich konnte sehr schnell nachvollziehen, warum mein Dad hier unbedingt noch ein mal hinwollte. Direkt am Okavango gelegen, ist diese Unterkunft unglaublich schön. Ihr habt die Wahl zwischen kleinen Holzbungalows am Wasser oder einem schönen Platz auf der Campsite der Anlage. Der Stellplatz ist mit allem wichtigem ausgestattet (Wasser und Strom).

 

Neben der Möglichkeit hier Touren auf dem Wasser und in die umliegende Umgebung zu unternehmen (übrigens ein Traum für Angler!), könnt ihr euch auch gemütlich ans Lagerfeuer setzen oder im kleinen Pool abkühlen. Die Sicht von der Terrasse auf den Okavango ist ein absoluter Hammer! Ihr könnt mit viel Glück Flusspferde und Krokodile sehen. Sie in jedem Fall aber hören! Ein Platschen hier und dort oder ein Grunzkonzert in der Nacht.

 

Ein weiteres Highlight ist die hauseigene Eule die euch gerne am Abend im Baum sitzend erschreckt oder um euren Kopf rumfliegt. Vor Jahren von den Besitzern gefunden und aufgepäppelt, wohnt sie nun hier auf dem Gelände und hat ihren Platz im Haupthaus bei der Bar.

 

Die Kosten für ein Bungalow betragen 1260 Pula (95 Euro für 2 Personen). Für die Campsite bezahlt ihr 180 Pula (14 Euro) pro Nacht.

Wenn Ihr euch die Fahrt zum Camp nicht zutraut oder keinen 4x4 fahrt, so kostet euch der Transfer Hin- und Zurück 450 Pula (300 Pula für einen Weg, 34 bzw. 23 Euro). Weitere Informationen findet ihr unter www.guma-lagoon.com 

Namibia

Zurück nach Windhoek

Da wir am Anfang unserer Reise nur eine Übernachtung in Windhoek gebucht hatten, haben wir  die Hauptstadt Namibias erst mal links liegen gelassen. Auf dem Rückweg wollten wir hier ein wenig mehr Zeit verbringen. 

 

Hinweis: Wenn man wieder in Namibia einreist, müsst ihr mit dem Auto durch eine Wanne mit Desinfektion fahren. Auch alle eure Schuhe müssen in ein Becken getaucht werden. Dies hat den Hintergrund das vermieden werden soll, Seuchen und ähnliches ins Land zu schleppen. Damit werden die Tiere geschützt.

 

Nun ja, nach einer kurzen Recherche schien es, dass es in Windhoek nicht so viel Spannendes zu sehen gibt. Dies bestätigte sich auch relativ schnell. Interessante alte Gebäude verfallen leider zusehends, architektonisch gibt es zwischendurch einige "Schätzchen". Daneben eher wenig durchdachte Gebäude, so dass das Stadtbild eher durcheinander wirkt. Ein paar Dinge lohnen aber einen kleinen Abstecher. Viel Zeit muss man hier aber nicht verbringen, dafür gibt das Land und die Umgebung viel mehr her. Hier aber nun ein paar Highlights, die man sich durchaus ansehen kann:

 

1. Christuskirche - das deutsche Wahrzeichen Windhoeks

Mitten auf einem Kreisverkehr im historischen Teil der Stadt gelegen, befindet sich diese Schmuckstück. Diese wunderschöne um 1907 erbaute Kirche erinnert an den Anfang des langersehnten Friedens zwischen den Deutschen und den Einwohnern Namibias. Im innern der Kirche befindet sich eine riesige Bronzetafel mit den Namen von 2.000 gefallener Soldaten.

 

2. Das Kaffeemaschinen Gebäude (oder auch "das Unabhängigkeits-Gedenkmuseum)

Direkt gegenüber der Christuskirche gelegen und auch so unübersehbar, liegt dieses Gebäude. Für mich sieht es aus wie eine moderne Filterkaffeemaschine, aber es ist ein Museum, welches die Geschichte des Kolonialismus in Namibia sowie an den Kampf um die Unabhängigkeit erinnert. Der Eintritt ist frei.

 

3. Der Tintenpalast

Ebenfalls direkt neben den beiden Highlights 1 und 2. befindet sich der Tintenpalast der zeitgleich der Sitz des Parlaments ist. Interessanter ist allerdings der ihn umgebende schön angelegte Garten. Ein Abstecher und Spaziergang, um der beißenden Sonne zu entgehen lohnt sich. 

 

4. Namibian Craft Market

Wer ein paar schöne handgemachte Souvenirs mit nach Hause nehmen möchte, der sollte hier vorbeischauen. Wer nichts kaufen möchte, dafür ein Stück Kuchen und/oder Kaffee genießen mag, wird hier auch fündig. Egal wie, es lohnt sich hier einen kleinen Abstecher zu machen.

 

5. Joe´s Beerhouse

Ich würde sagen eine geschmackliche Institution in Windhoek. Wer nicht im Joe´s Beerhouse war, war nicht in Windhoek. Dieser Ort ist sehenswert. Aus allem was der Schrottplatz hergab, wurde ein schöne gemütliche und irgendwie urige Location gebaut. Hier trifft sich jeder! Ob am Abend auf ein Feierabendbier oder zum Geburtstagsdinner. Das Essen ist hervorragend. Ich habe dort ein sehr sehr sehr sehr schmackhaftes Stück Steak gegessen. Wow! 

fazit

 

Zwei große faszinierende Länder von denen ich noch nicht genug habe. Es gibt noch so viel zu sehen und zu entdecken, dass ich auf jeden Fall noch mal wieder kommen würde. Mal sehen, vielleicht sogar schneller als gedacht.

 

Ich habe mich zu jeder Zeit nicht unwohl oder unsicher gefühlt.  Man muss natürlich ein paar Dinge beachten (z.B. immer Tanken wenn eine Tankstelle kommt, immer Wasser dabei haben) und darf nicht zu blauäugig sein.

 

Ich würde auch definitiv noch mal mit der Variante "Tiny House" reisen, da es für mich das perfekte Reisegefühl war. Auf meiner nächsten Tour werde ich dann die Kalahari, Damara Land, Spitzkoppe und die Stadt Swapokmund in Namibia mit auf die Route nehmen. Auch in Botswana gibt es noch Ziele die ich bereisen will, wie z.B. den Chobe Nationalpark und Elephants Sands.

 

Mein Resümee: Erfahrungen und Erinnerungen werden immer mehr wert sein, als Geld.

 

Falls Ihr euch auch für Südafrika - genauer gesagt Kapstadt und Umgebung - interessiert, schaut doch mal meinen Blogbeitrag darüber an. Hier geht es zum Beitrag.


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Kommentare: 1
  • #1

    Lynn (Donnerstag, 30 April 2020 21:18)

    Wow! Der Artikel ist in der Tat richtig ausführlich und gut geworden. Da packt mich doch gleich wieder das Fernweh! <3
    Zwar war ich schon mehrmals in Namibia, allerdings nie mit Camper. Das muss ich dringend nochmal nachholen. Und Botswana sowieso...

    Liebe Grüße und pass auf dich auf,
    Lynn