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Marrakech

Unser Kurztrip in 4 Tagen

Oh du wunderschönes Marrakesch! Wahrlich ein Traum aus 1001 Nacht. So wie ich es mir vorgestellt habe, so war es letztendlich auch. Eine unvergleichliche orientalische Atmosphäre, viel Trubel, kleine schmale Gassen mit wunderschönen Läden voller Handarbeit. Ob orientalische Lampen, Gewürzläden, Leder- und Korbwaren - ein Schlaraffenland. 

 

Für ein verlängertes Wochenende hat es uns nach Marrakesch verschlagen. Schon lange stand diese Stadt auf unserer „Travelliste“ ganz weit oben. Ab Düsseldorf – Weeze  ging es mit Reisepass in der Hand in wenigen Stunden dorthin. Allein der Flughafen (Menara Airport), der etwa sieben Kilometer von der Stadt entfernt liegt,  ist eine Augenweide. Architektonisch herausragend und genau mein Ding. Nachdem wir mit dem notwendigen Dirham (Währung) ausgestattet waren sind wir mit dem Taxi für 150 Dirham zu unserem Riad in die Stadt gelangt.

 

Mein Tipp: Ihr könnt auch anstatt mit einem Taxi zu fahren den Bus nehmen. Dieser kostet 20 Dirham und hält direkt am Platz Djeema el Fna. Abfahrtszeiten scheinen nur variabel zu sein.

Sehenswert

Meine Highlights in Marrakech

Zum besonderen Reiz von Marrakesch zählen neben den kulturellen Highlights der Stadt, auch die landschaftliche Lage mitten in der weiten Haouz-Ebene. Das bis in den Mai schneebedeckte hoheAtlasgebirge lädt ebenfalls zu einer schönen Tour ein. Schönster Kontrast zu alldem sind die Gärten am Rande der Stadt. Ob Schnee, Wüste oder Stadt – die Region hat einiges zu bieten.

Hätten wir die Zeit gehabt, hätte ich sehr gerne noch eine geführte Tour in die Wüste unternommen. Naja, nächstes Mal.

Medina

 

In und um die Altstadt von Marrakesch spielt sich das meiste Leben ab. Daher bot es sich auch an, dass wir uns direkt dort ein Riad gebucht haben. Idealer Startpunkt also um vieles Fußläufig zu erreichen. Die Medina (Altstadt) von Marrakesch zählt übrigens zum UNESCO-Weltkulturerbe und zählt neben Fes, Meknés und Rabat zu den vier Königsstädten.

 

Hier zeigt sich auch die ursprüngliche Seite der Stadt. In den verwinkelten und engen Gassen kann man sich ganz schnell verlaufen. Ich bin eigentlich ein Mensch mit einem guten Orientierungssinn, aber hier bin ich absolut an meine Grenzen gekommen. 

 

Sich den Weg zu merken unmöglich, Straßennamen gibt es kaum, alles sieht gleich aus und selbst auf Google.Maps ist kein Verlass. Damit standen wir mehrmals vor einer Mauer, die ein Weg seien sollte.

 

Zum Glück kann man immer freundlich die Marokkaner um Hilfe bitten und sich den Weg zeigen lassen. Manchmal im Tausch für ein paar Dirham.

Kotoubia Moschee

An der Koutoubia Moschee am Rande der Medina kommt man nicht vorbei. Den Blick schweifend vom Djemaa el Fna Platz, vorbei an den ganzen Pferdekutschen sieht man das Minarett der über 800 Jahre alten Moschee. Sie gehört zu den kunsthistorisch wertvollsten Bauten Marokkos.

 

An der Moschee befindet sich noch ein kleiner Garten, den wir nutzen um kurz im Schatten zu sitzen, denn die Hitze im Mai war schweißtreibend. Gerne hätten wir einen Blick in die Moschee geworfen, aber leider bleibt dies Muslimen vorbehalten. Schade, aber von außen auch entzückend. Durch den Ramadan lagen auf dem weitläufigen Platz überall Teppiche. Der Anblick muss überwältigend sein, wenn die Gläubigen am Abend diesen Platz zum Gebet aufsuchen. 

 

Avenue Mohammad V

Djemaa el Fna

Für meine Freundin und mich war dies der Zentrale Platz. Wir haben immer gesagt, wenn wir uns hier in den Gassen der Medina verlieren sollten,  dann treffen wir uns am Platz Djemaa el Fna wieder. Zum Glück kam es nie dazu.

 

Am Abend herrscht hier geschäftiges Treiben und der Platz wird richtig lebendig. Der Djemaa el Fna zählt zu den ältesten Plätzen Nordafrikas. Treffpunkt für Einwohner, Musikanten, Schlangenbeschwörer und Geschichtenerzähler. Wer möchte, kann sich hier auch ein Henna Tattoo auf die Haut malen lassen. 

 

Mein Highlight waren allerdings die Vielzahl an Ständen voller verschiedener Köstlichkeiten. Ein richtiger Geruchsoverload. An jeder Ecke könnt ihr die verschiedensten Gerichte probieren und testen. Probiert unbedingt eine Schale Hariri (Linsensuppe). Wenn ihr genug vom Trubel habt, dann setzt euch in eines der Cafés und genießt auf der Dachterrasse einen leckeren frischen Minztee. 

Souks

 

Das Mekka für Shoppingbegeisterte sind die Souks von Marrakesch. Beginnend am Platz Djemaa el Fna findet ihr den farbenfrohen und weitläufigen Markt. Hier bekommt ihr alles von handgefertigten Lederschuhen und - Taschen, geflochtene Körbe in sämtlichen Variationen über bunte Gewürze die zu einer Pyramide in Schalen geformt sind. 

 

Die Souks sind so vielfältig und eindrucksvoll, das es sich anbietet diese zwei mal zu besuchen. Einmal um sich einen Überblick zu verschaffen und beim zweiten Mal um sich das ein oder andere Mitbringsel zu kaufen. Beziehungsweise mit viel Verhandlungsgeschick für einen guten Kurs zu erstehen. 
Für mich gab es ein Fläschchen Arganöl, einen bunten Korb, leckeren Tee und ein paar schicke handgemachte Sandalen. Hätte ich den Platz gehabt, wäre noch viel mehr mit nach Hause gekommen, aber mit Handgepäck war das leider nicht möglich.

Madrasa Ben Youssef

Ebenfalls weit oben auf den „Müssen wir unbedingt sehen“- Liste stand dieses zauberhafte Bauwerk. Die Koranschule Madrasa Ben Youssef liegt Nördlich in der Medina und wirkt von aussen eher unscheinbar. Die Schule die heute nicht mehr dafür genutzt wird, beherbergt noch alte Schreibgeräte und Gegenstände der Schüler die dort im Internat waren. Es war damals ein Privileg dort zur Schule gehen zu dürfen.

 

Der Innenhof, das kunstvolle Herzstück des Baus, zeigt die schöne maurische Prägung des Gebäudes. Schön oder?

 

Place Ben Youssef

Geöffnet täglich von 9.00 bis 18.00 Uhr

Eintritt: 50 Dirham (4,50 Euro)

Palast de Bahia

Ein absolutes Must See ist der Bahia-Palast! Da der Palast quasi um die Ecke lag, haben wir uns wieder einmal zu Fuß auf den Weg dorthin gemacht. 

 

Dieser im 19. Jahrhundert gebaute Palast mit Stuck, Zedernholzdecken, Marmorböden und einem traumhaften Garten dürft ihr euch nicht entgehen lassen. Der bepflanzte Innenhof ist ein Traum! Orangenbäume wachsen hier, ein Springbrunnen plätschert vor sich hin und die Sonne zaubert ein schönes Licht auf die Mosaikfliesen.

 

Dieses Schmuckstück wird heute noch vom marokkanischen König genutzt, wenn er in der Stadt ist und bleibt dann für Besucher geschlossen. Ich kann gut verstehen, dass er diesen Ort Welt wählt wenn er in Marrakesch ist. Bei 160 Zimmern ist auf jeden Fall genug Platz.

 

Rue Riad Zitoun el Jdid

Geöffnet täglich von 09.00 bis 16.30 Uhr

Eintritt: 10 Dirham (ca. 8,50 Euro)

Jardin le Majorelle

 

Mit dem Taxi bei 45 (!) Grad Außentemperatur sind wir zum etwas außerhalb in der Neustadt gelegenen Botanischen Garten Jardin de Majorelle gefahren. 

 

 

Er gilt als einer der schönsten Gärten in der Umgebung und punktet mit seiner Blütenpracht, unzähligen Kakteen und Springbrunnen. 

Daher gilt dieser Garten nicht mehr als Geheimtipp und ist gut besucht. Unsere kurze Wartezeit vor dem Eingang haben wir uns daher mit einem Eis vom Eisstand nebenan versüßt.

 

 

Im Garten selbst verläuft sich der Besucherstrom, bis auf die bekannten Fotospots, ganz gut. Man kann ganz entspannt über die befestigten Wege schlendern und die Pfanzen bewundern. Besonders die Vielzahl an Kakteen hat mich umgehauen. Noch nie habe ich so viele auf einem Haufen gesehen.

 

Der französische Maler Louis Majorelle ließ diesen Garten angelegen. Zuletzt war er im Besitz des 2008 verstorbenen französischen Modeschöpfer Yves-Saint-Laurent. Das überall im Garten vorhandene und berühmte Blau, das Töpfe und die Villa Saf Saf schmückt, wurde zu Ehren des Malers „Majorelle Blau“ getauft.

 

 

Neben einem Café befindet sich auch das Berbermuseum im Botanischen Garten, welches wir allerdings ausgelassen haben.

 

Rue Yves Saint Laurent

Geöffnet täglich 08.00 bis 17.30/18.00 Uhr

Eintritt 40 Dirham (ca. 4 Euro)

 

www.jardinmajorelle.com

Unterkunft

Übernachten in einem traumhaften Riad

Um den Zauber von Marrakesch mit allen Sinnen wahrzunehmen und die marokkanische Lebensart zu spüren, wohnt man am Besten in einem der zahlreichen Riads in der Medina. Diese ehemaligen Kaufmannshäuser verzaubern dich in ein Märchen aus 1001 Nacht. 

 

Im Innenhof ist man völlig von der Außenwelt abgeschirmt und doch mittendrin. Jedes Riad ist einzigartig und von seiner Aufmachung unterschiedlich. Wir haben im Riad Cala Medina in der Medina gelegen übernachtet. Ein kleiner Springbrunnen plätscherte im Innenhof, ein Baum spendete Schatten, Vögel zwitscherten und die Sonne tauchte alles in ein wunderschönes Licht. 

 

Erst recht am Abend, wenn die ganzen orientalischen Lampen anfangen zu leuchten und man sich auf die weichen Kissen der Loungemöbel setzt um noch einen Tee zu trinken, ist man völlig abgetaucht in dem Flair dieses Ortes. Geht man aus dem Haus ist man gleich mittendrin im Gewusel der Gassen.

 

Mein Tipp: Lasst euch beim ersten Mal den Weg von jemanden zeigen. Wir haben versucht den Weg auf eigene Faust zu finden, aber das ist leider gescheitert. Die Gassen sind so verwinkelt und schlecht ausgeschildert, da verliert man den Überblick. Gegen ein paar Dirham zeigt man euch den Weg.

 

Riad Cala Medina 

344 Derb Lhebib Lemmagni Riad Zitoun Jdid

40000 Marrakesch

 

Restaurants, cafés & Bars

Orientalische Köstlichkeiten

 

Wer in Marrakesch zu Besuch ist, kommt natürlich nicht um die leckeren Köstlichkeiten dieser Stadt drumherum. Überall duftet es nach ausgefallenen Gewürzkombination. Wer hier nichts probiert,verpasst etwas. Die sogenannten Tajines (Schmortopfgerichte) sind ein Hochgenuss der dortigen Küche und es gibt sie in vielen verschiedenen Varianten. Der Coscous zählt dabei zur bekanntesten Beilage.

 

Für die Marokkaner ist die gemeinsame Mahlzeit ein kultureller Fixpunkt des Tages. Daher trifft sich die ganze Familie am frühen Nachmittag zum Essen. Gastfreundschaft wird in Marokko großgeschrieben. Daher wundert es wohl niemanden, dass es an jeder Ecke Stände oder Restaurants und Cafés gibt, wo man die Esskultur des Landes kennen lernen kann. 

 

Hinweis: Im Fastenmonat Ramadan wird tagsüber weder getrunken noch gegessen. Viele Cafés und Restaurants haben daher andere Öffnungszeiten und tagsüber auch geschlossen. 

Meine Empfehlungen

Mit einem Klick auf den Namen des Lokals, erhaltet ihr noch weitere Infos.

 

La Famille Restaurant

42 Riad Zitoun Jdid 

Marrakesch 

Geöffnet: Montag bis Samstag 12.00 bis 16.30 Uhr, Sonntags geschlossen

 

Mein Tipp: Leckeres Detox Wasser trinken und dazu einen selbstgemachten Peach Pie essen.

Super schönes im Innenhof liegendes Restaurant mit tollem Design.

 

 

Naranj Restaurant

84 Rue Riad Zitoun Jdid Medina

Marrakesch

Geöffnet: Montag bis Samstag 11.30 bis 22.30 Uhr, Sonntags geschlossen

 

Mein Tipp: Unbedingt einen Tisch auf der Dachterrasse reservieren. Die Inhaber sind sehr liebenswert, freundlich und sprechen sogar deutsch.

 

 

Amandine Liberté Café

6 Rue de la liberté

Marrakesch

Geöffnet Montag bis Samsta 9.15 bis 20.00 Uhr, Sonntag 11.15 bis 20.00 Uhr

 

Mein Tipp: Für alle die auf Französische Patisserie stehen ein MUSS. 

 

 

Bigua Café & Restaurant

NO 74 Rue Sidi Ishaq Azbezt

Marrakesch

Geöffnet: Montag bis Sonntag 11.00 bis 22.30 Uhr

 

Mein Tipp: Leckeren Minztee trinken und den Blick über die Dächer schweifen lassen.

 

 

Le Jardin Restaurant

32 Souk El Held Sidi Abdelaziz

Marrakesch 

Geöffnet: Montag bis Sonntag 10.00 bis 23.00 Uhr

 

Mein Tipp: Le Jardin was so viel bedeutet wie „der Garten“ macht seinen Namen alle Ehre. Ein schönes in grüntönen gehaltenes Garten Restaurant im Sixties Look.

 

 

Café Kif Kif

28 Rue de la Koutuobia

Marrakesch

Geöffnet: Montag bis Sonntag 10.00 bis 00.00 Uhr

 

Mein Tipp: Mit einem wunderbaren Blick auf die Koutoubia Moschee den Abend geniessen. Man sagt, es gäbe hier die leckerste Tajin der Stadt. Wir hatten nur einen Kaffee und der war auch lecker!

FAZIT

Eine Stadt die ich wegen ihres Flairs definitiv noch mal besuchen würde. Allerdings nicht zur Zeit des Ramadans, da viele Geschäfte zur Mittagszeit geschlossen oder unregelmäßig geöffnet haben. 

 

Ein Punkt der mir im Vorfeld schon genannt wurde und der sich während unserer Reise bestätigt hat, dass man als Alleinreisende Frauen (und gerade Blondhaarig) auffällt und oft angeflirtet wird. Wir haben dem nicht groß Beachtung geschenkt und die Situation damit direkt im Keim erstickt. Für uns kein Grund diese wundervolle Stadt nicht erneut zu besuchen. 


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